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Depressionen

Konzept zur Behandlung von Depressionen in der
psychosomatischen Abteilung der Habichtswaldklinik
 

1. Einführung 

a) Depressionen: Unsere Erfahrung mit PatientInnen  

Klinisch behandlungsbedürftige Depressionen haben in den Ländern der westlichen Welt und in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Dieser Trend hält weiter an. Die diagnostische Gruppe der depressive n Störungen ist dementsprechend in der psychosomatischen Abteilung der Habichtswaldklinik die größte Gruppe und war es auch seit Aufnahme der Arbeit der psychosomatischen Abteilung im Jahre 1987.  

Seitdem haben wir mit unserem multidimensionalen Therapiekonzept sehr viele Menschen mit depressive n Störungen erfolgreich behandelt. Dabei hat sich unser Therapiekonzept im Laufe der Jahre auch fließend gewandelt entsprechend einmal unserer zunehmenden Erfahrung mit dem, was PatientInnen als hilfreich, sinnvoll und heilsam erlebt und uns rückgemeldet haben, zum anderen angeregt durch neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse.  

b) Depressionen: Die Symptomatik

Unter dem Begriff Depressionen verstehen wir im Folgenden die Bereiche der depressiven Episoden, der depressiven Reaktion, der Dysthymia und der depressiven Persönlichkeitsstruktur / Persönlichkeitsstörung.   

Sinnvolle Grundlage für ein Verständnis der Depressionen und darauf aufbauend ein therapeutisches Konzept ist das Ausgehen von einer Trias (Dreiheit) der Manifestationsebenen, die psychische Symptome, psychomotorische Symptome und somatische Symptome beschreibt.  

Depressionen: Psychische Symptome

Im Vordergrund steht hier die depressive Herabgestimmtheit, Niedergeschlagenheit bis hin zur vitalen Traurigkeit. Dazu gehören Lust- und Sinnlosigkeitserleben, Versagensgefühle, Ängstlichkeit, Schuld- und Schamgefühle. Grübeln, Störung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration und regelhaft eine mehr oder weniger ausgeprägte Störung oder Krise des Selbstwertgefühls. 

Depressionen: Psychomotorische Symptome

Die Palette der psychomotorischen Störungen reicht von der weitgehenden Affektstarre über die mehr oder weniger schwere Antriebshemmung bis zur psychomotorischen Unruhe verbunden mit quälender innerer Gereiztheit.  

Depressionen: Somatische Symptome

Auch hier sehen wir eine breite Palette von Symptomen. Dabei sehr häufig Schlafstörungen, oft verbunden mit nächtlichem Grübeln, alle Arten von Schmerzen, oft ohne entsprechendes organisches Korrelat, Appetit- und Essstörungen, Infektanfälligkeiten und andere Störungen, die als Ausdruck von Abwehrschwäche oder Überreagibilität des Immunsystems verstanden werden können und anderes mehr.  

Depressionen: 2. Die Behandlung 

Die Behandlung erfolgt in einem langjährig erfahrenen multiprofessionellen Therapeutenteam mit fachärztlicher Supervision und Leitung in Gruppen- und Einzeltherapien.  

a) Therapieziele 

Entsprechend der Trias (Dreiheit) der Manifestationsebenen gibt es Behandlungsziele auf kognitiver (geistiger), emotionaler (Gefühls-) und somatischer (körperlicher) Ebene.  

Depressionen: Behandlungsziele auf kognitiver Ebene

Die Kompetenz der PatientInnen und ihr Wissen über die Hintergründe ihrer Symptomatik soll gestärkt werden. Hierbei legen wir besonderen Wert auf individuelle Erkenntnis über Symptom verstärkendes und Symptom verbesserndes Verhalten und Denken. Informationen über antidepressives Basisverhalten, über Wege aus der erlernten Hilflosigkeit in die Übernahme von Eigenverantwortung werden erarbeitet.  

Depressionen: Ziele auf emotionaler Ebene

Verbesserung der Selbstannahme und Akzeptanz (über Entwicklung eines psychodynamischen Selbst- und Symptomverständnisses), Sensibilisierung für und Wiederentdeckung von – auch noch so schwachen - konstruktiven eigenen Impulsen, Wiedererlangung emotionaler Schwingungsfähigkeit, Reduzierung von selbstblockierenden und selbstsabotierenden Gefühlslagen und somit Entwicklung von Verständnis für psychodynamische Zusammenhänge. Wiederherstellung emotionaler Schwingungsfähigkeit im Kontakt mit sich selbst und Anderen.  

Depressionen: Ziele im somatischen Bereich

Einüben von antidepressiven Basisverhalten in Form von individuell angepasstem, regelmäßigem körperlichen Training, dadurch Verbesserung des Selbstwert- und Körpergefühls, der körperlichen Belastbarkeit und der Abwehrlage, Reduzierung von Schlafstörungen und anderen körperlichen Symptomen.  

Depressionen: b) Die Therapien und ihre grundlegenden Prinzipien  

Grundlegend wichtig im Sinne der ganzheitlichen Behandlung bei Depressionen ist uns die Herstellung und Erhaltung einer die Heilung fördernden, respektvollen, achtsamen und entspannten Atmosphäre. Dies drückt sich auf allen Ebenen aus, von der Gestaltung der Räumlichkeiten bis hin zum mitmenschlichen Kontakt.  

Depressionen: Gruppentherapie

Im Zentrum unseres Behandlungskonzeptes steht die Gruppentherapie. Diese findet viermal wöchentlich statt, zweimal wird sie von der PsychotherapeutIn geleitet, die die zur Gruppe gehörenden 10 bis 11 PatientInnen betreut.  

In den Gruppen wird auf tiefenpsychologisch fundierter Basis unter Einbeziehung kognitiver Elemente gearbeitet. Wichtige Elemente in der Gruppentherapie sind die Wiederaufnahme von Kontakt mit sich und Anderen, die Erweiterung von Perspektiven durch den Austausch mit Anderen, das Bekommen und Einbeziehen von Rückmeldungen anderer Menschen über eigene Bewertungen, Denkmuster, Ansprüche an sich und Andere, Selbstbestrafungstendenzen usw. Die Gemeinschaft der Gruppe erleichtert es, lösungs- und ressourcenorientierte Ansätze zu entwickeln, ermutigt dazu, den eigenen ins Leben führenden Impulsen nachzugehen und bietet einen annehmenden Verständnisraum, der zu eigenverantwortlichem Handeln ermutigt bzw. Verharren in depressionsfördernden Denk-, Handlungs- und Bewertungsmustern konfrontiert.   

Depressionen: Körpertherapie

Das ist der dritte Gruppentherapietermin. Hier geht es zunächst um Verbesserung der Körperwahrnehmung durch Wahrnehmungsschulung. Dem körperlichen Empfinden wird mehr Aufmerksamkeit gegeben, um Zusammenhänge zwischen psychischen und körperlichen Phänomenen besser erkennen zu lernen. Schützende Grenzen sollen wahrgenommen bzw. entwickelt werden, einengende Grenzen werden reduziert durch entsprechende Übungen zu Ich-Stärkung. Durch die grundlegende Erlaubnis und Aufforderung zu Beweglichkeit im Raum lässt sich körperliche Vitalität wieder neu erleben und der Ablauf von Spannung, Anspannung und Entspannung sowie körperliche Möglichkeiten des Stressabbaus werden erfahren. Auch in dieser Gruppe spielen Fremdwahrnehmung und darüber Wahrnehmung der eigenen Außenwirkung durch körperliches Erleben, Verhalten und Haltung eine wichtige Rolle.  

Depressionen: Kunsttherapie

Der vierte Gruppentermin ist der Kunsttherapie vorbehalten.  

Über die Arbeit mit Farbe auf Papier mit den Fingern oder Pinsel wird ein unmittelbar erfahrbarer Handlungsraum eröffnet. Dies dient zum einen der aktuellen Affektentlastung, zum anderen der Wahrnehmung eigener Gestaltungsräume mit dem Vorteil, dass unmittelbar die Auswirkungen des eigenen Handelns sichtbar werden und auch unmittelbar geprüft und bei Bedarf verändert werden können – ein wertvolles Feld des Probehandelns im klar strukturierten therapeutischen Rahmen wird hier eröffnet.  

Depressionen: Einzeltherapie

Ein Einzelgespräch mit der behandelnden PsychotherapeutIn findet in der Regel einmal wöchentlich statt. Es dient der Sicherung und Festigung des therapeutischen Bündnisses, der Reflexion und Bilanzierung der Therapieziele und des bisher Erreichten bzw. noch Anzustrebenden und ggf. der Vorbereitung bisher noch nicht gruppenfähiger, für die Therapie relevanter Themen für eine Bearbeitung in der Gruppe.  

Depressionen: Ärztliche und psychopharmakologische Behandlung

Diese erfolgt nach individueller Notwendigkeit von Anfang an, beginnend mit der ausführlichen Anamnese und Aufnahmeuntersuchung über, wenn notwendig, weitere diagnostische Schritte und bezieht da, wo möglich und indiziert neben physikalischer und physiotherapeutischer Behandlung naturheilkundliche Verfahren mit ein. Bezüglich pharmakologischer, hier in erster Linie antidepressiver Behandlung, gehen wir nach individueller Notwendigkeit und Indikation vor und legen Wert auf ausführliche Information der PatientInnen über Möglichkeiten und Grenzen der psychopharmakologischen Mitbehandlung mit dem Ziel, auch diesbezüglich eine gute Compliance zu erhalten.  

Depressionen: Entspannung und Aktivierung

Für jede PatientIn ist die Teilnahme an einem für sie geeigneten Entspannungsverfahren mit dem Ziel der Erlangung einer Basiskompetenz in der Durchführung von Autogenem Training, Progressiver Muskelrelaxation, Grundübungen des Yoga oder Tai Chi obligatorisch. Ebenso erwarten wir, wenn nicht schwerwiegende körperliche Einschränkungen dagegen sprechen, die Teilnahme an regelmäßiger Körperaktivierung, die wir als Baustein des antidepressiven Basisverhaltens verstehen. Hier stehen zur Verfügung Walking, Sportgruppe und Fahrradergometertraining.  

Depressionen: Ressourcenfördernde geistige Angebote

Sehr viele PatientInnen mit Depressionen erleben einen quälenden Sinnverlust in ihrem Leben. Dann ist die Teilnahme an einem oder mehreren Ressourcen fördernden Angeboten im Bereich von Meditation, Kreistänzen, Mantrensingen hilfreich und empfehlenswert. Diese Angebote können von unseren PatientInnen nach eigener Einschätzung und Interessenslage wahrgenommen und in ihren Therapieplan integriert werden.  

Freizeit

Eine Palette Ressourcen fördernder Freizeitangebote steht den PatientInnen zur Verfügung und kann ebenfalls frei gewählt werden. Hierzu gehören Basteln, Töpfern, Seidenmalen, Tanzen und last not least die Möglichkeit zur Benutzung der Einrichtung der Kurhessentherme. Hier lassen sich die Elemente Wasser, Wärme und Bewegung sowohl entspannungs- als auch lebenslustfördernd aufs Beste kombinieren.  

Depressionen: c) Zusammenarbeit mit ambulanten Behandlern und Kostenträgern  

Sowohl im ärztlichen als auch im therapeutischen Bereich legen wir Wert auf eine gute Kooperation mit den ambulanten Behandlern, die ihre PatientInnen oft über viele Jahre kennen und etwa im Bereich der Psychopharmaka-Behandlung mit den einzelnen PatientInnen schon wichtige Erfahrungen gemacht haben.  

Für die Kostenträger wird es zunehmend wichtig, auch im Hinblick auf sinnvolle und zielführende Geldausgaben, Gesamtbehandlungskonzepte im Auge zu haben und mit den Behandlern zusammen zu entwickeln. Wo immer möglich, sind wir hier jederzeit zu konstruktiver Zusammenarbeit bereit.  

Depressionen: 3. Ergebnisse 

Unsere Behandlungsergebnisse bei PatientInnen mit Depressionen sind in zweierlei Hinsicht sehr gut: Zum einen in der Beurteilung der PatientInnen über Symptomverbesserung und Wiedergewinnung von Lebenslust und Arbeitsfähigkeit, zum anderen unter Berücksichtigung des Preis/Leistungs-Verhältnisses: Gute Ergebnisse erreichen wir mit kurzen Aufenthaltsdauern, so dass die Gesamtbehandlungskosten in der Klinik niedrig liegen. 

Seit 1998 wird unsere Basisdokumentation von Professor Koch und Mitarbeitern, psychologische Abteilung der Universität Hamburg Eppendorf, ausgewertet. Bezogen auf im Jahr 2001 behandelte PatientInnen erfolgte erstmals eine ausführliche, ebenfalls von Professor Koch durchgeführte und evaluierte Katamneseerhebung mit erfreulichen Ergebnissen. Der ausführliche Evaluationsbericht steht zur Einsicht zur Verfügung.  

Tilla Fischer
Oberärztin

Animationen animierte Augen

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juni 2010

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